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Trump baut das Imperium um, er schafft es nicht ab José Niño
Rund 4.000 Soldaten des 2nd Armored Brigade Combat Team der 1. Kavalleriedivision der US-Armee packten in der zweiten Maiwoche ihre Ausrüstung aus. Die Nachrichtenagentur Associated Press berichtete, das Pentagon habe die geplante Rotation nach Polen komplett gestrichen; dadurch verringerte sich die Zahl der US-Truppen in Europa, indem Neuankömmlinge gestoppt wurden, anstatt bereits vor Ort stationierte Einheiten abzuziehen. Drei Regierungsvertreter brachten die Absage mit einer Anfang Mai unterzeichneten präsidialen Anordnung in Verbindung, die eine Reduzierung der Truppenstärke auf dem Kontinent um etwa 5.000 Soldaten vorsah. Warschau wurde nicht vorab informiert. Der Abgeordnete Don Bacon (Republikaner aus Nebraska) erklärte, die von ihm kontaktierten polnischen Vertreter hätten sich völlig überrumpelt gefühlt. Pentagon-Sprecher Joel Valdez widersprach dem und argumentierte, die Entscheidung zum Truppenabzug sei das Ergebnis eines umfassenden, mehrstufigen Prozesses und keineswegs eine unerwartete Entscheidung in letzter Minute gewesen. Der polnische Premierminister Donald Tusk versicherte der Öffentlichkeit, er habe die Zusage erhalten, dass diese Änderung keine strategische Bedeutung habe. Allein diese abgesagte Rotation verdeutlicht die gesamte Strategie von Präsident Donald Trump im Umgang mit US-Streitkräften im Ausland während seiner beiden Amtszeiten. Einheiten werden ständig verlegt, kehren jedoch so gut wie nie dauerhaft in die Vereinigten Staaten zurück. Die Anordnung, die zur Kehrtwende bezüglich Polen führte, erging am 1. Mai 2026 nur wenige Tage, nachdem der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz beklagt hatte, Washington werde von der iranischen Führung gedemütigt und verfüge über keine nennenswerte Kriegsstrategie, die diesen Namen verdiene. Sean Parnell, der Chefsprecher des Pentagons, bestätigte, dass Verteidigungsminister Pete Hegseth den Abzug unterzeichnet habe. Er erklärte: Diese Entscheidung folgt auf eine eingehende Überprüfung der Truppenpräsenz des Ministeriums in Europa und berücksichtigt die operativen Erfordernisse sowie die Lage vor Ort. Wir gehen davon aus, dass der Abzug in den kommenden sechs bis zwölf Monaten abgeschlossen sein wird. Diese 5.000 Soldaten machen rund 14 Prozent der 36.000 in Deutschland stationierten US-Amerikaner aus. Innerhalb weniger Tage kündigte Trump an, die Truppenreduzierung werde noch deutlich weiter gehen, und drohte auch Italien und Spanien mit ähnlichen Maßnahmen. Die Regierung hatte dieses Vorgehen bereits ein halbes Jahr zuvor an der NATO-Ostflanke erprobt. Am 29. Oktober 2025 gab das Pentagon bekannt, dass die rotierende US-Brigade in Rumänien das 2. Infanterie-Brigade-Kampfteam der 101. Luftlandedivision, das zuvor in Rumänien, Ungarn, Bulgarien und der Slowakei stationiert gewesen war ohne eine Ablöseeinheit nach Fort Campbell zurückkehren würde. Nach diesem Truppenabzug verblieben rund 1.000 US-Soldaten in Rumänien. Das Pentagon begründete die Entscheidung defensiv und betonte, es handele sich weder um einen US-Rückzug aus Europa noch um ein Signal für ein nachlassendes Engagement gegenüber der NATO und Artikel 5; vielmehr sei die Maßnahme Teil eines von Verteidigungsminister Hegseth eingeleiteten, zielgerichteten Prozesses zur Gewährleistung einer ausgewogenen militärischen Präsenz der USA. Der Vorsitzende des Streitkräfteausschusses des Senats, Roger Wicker (Republikaner aus Mississippi), und der Vorsitzende des Streitkräfteausschusses des Repräsentantenhauses, Mike Rogers (Republikaner aus Alabama), wiesen dieses Argument entschieden zurück. Die Entscheidung sei nur wenige Wochen nach der Verletzung des rumänischen Luftraums durch russische Drohnen gefallen, merkten sie an, und sei ohne Konsultation des Kongresses getroffen worden und das trotz klarer, überparteilicher und beide Kammern übergreifender Unterstützung für eine robuste US-Präsenz in Europa, wie sie in den Entwürfen beider Kammern für das NDAA (National Defense Authorization Act) für das Haushaltsjahr 2026 verankert sei. Wir lehnen die Entscheidung, die rotierende US-Brigade in Rumänien nicht beizubehalten, sowie das Verfahren des Pentagons zur laufenden Überprüfung der Truppenpräsenz das zu weiteren Abzügen von US-Streitkräften aus Osteuropa führen könnte nachdrücklich ab, erklärten sie. Wer Trumps erste Amtszeit verfolgt hat, erkennt das bekannte Muster wieder. Im Juni 2020 ordnete Trump den Abzug von Truppen aus Deutschland an und stellte dies als das Eintreiben einer unbezahlten Rechnung dar, indem er Reportern sagte: Solange sie nicht zahlen, ziehen wir unsere Soldaten ab. Der damalige Verteidigungsminister Mark Esper stellte am 29. Juli den ausgearbeiteten Plan vor und verkündete: Der aktuelle Plan des EUCOM sieht vor, rund 11.900 Militärangehörige aus Deutschland abzuziehen wodurch die Truppenstärke dort von etwa 36.000 auf 24.000 sinkt , und zwar auf eine Weise, die die NATO stärkt, die Abschreckung gegenüber Russland verbessert und den weiteren von mir aufgestellten Grundsätzen entspricht. Die darauf folgende Klarstellung ist wichtiger als die reine Gesamtzahl: Von den 11.900 Soldaten werden fast 5.600 innerhalb von NATO-Staaten verlegt, während etwa 6.400 in die Vereinigten Staaten zurückkehren wenngleich viele dieser oder ähnlicher Einheiten im Rahmen von Rotationen wieder nach Europa verlegt werden. Die Verlagerung von Hauptquartieren nach Belgien, von Flugzeugen und Jagdstaffeln nach Italien sowie der Vorhut des neu aufgestellten Hauptquartiers des V. US-Korps nach Polen war bereits eingeleitet. Abgeordnete beider Parteien erhoben jedoch Einspruch, die Umsetzung kam nie in Gang, und Präsident Joe Biden stoppte das Vorhaben im Februar 2021. Polen hatte unterdessen bereits 2018 mehr als 2 Milliarden Dollar für einen dauerhaften US-Stützpunkt angeboten von der polnischen Führung Fort Trump genannt , und die US-Truppenpräsenz vor Ort wuchs ungeachtet dessen auf rund 10.000 Soldaten im Rotationsbetrieb an. In jedem Einsatzgebiet ergab sich das gleiche Bild. Die Ankündigung eines vollständigen Abzugs aus Syrien im Dezember 2018 kostete Trump sowohl Verteidigungsminister Jim Mattis als auch den Sondergesandten Brett McGurk das Amt und dennoch blieben US-Truppen im Land. Der scheidende Syrien-Sondergesandte Jim Jeffrey erläuterte später gegenüber *Defense One* die Hintergründe: Wir haben ständig Verwirrungsspiele betrieben, um unserer Führung nicht offen zu legen, wie viele Truppen wir dort tatsächlich hatten. Er fuhr fort: Welcher Syrien-Abzug? Es gab nie einen Syrien-Abzug. Als die Lage im Nordosten Syriens nach der Niederlage des IS einigermaßen stabil war, neigte [Trump] dazu, die Truppen abzuziehen. In jedem dieser Fälle haben wir uns dann fünf bessere Argumente dafür einfallen lassen, warum wir bleiben mussten. Und beide Male waren wir damit erfolgreich. Das ist die ganze Geschichte. Im Zuge des Doha-Abkommens vom Februar 2020 sank die Truppenstärke in Afghanistan von rund 13.000 auf 2.500 Soldaten. Im Irak reduzierte sich die Zahl im gleichen Zeitraum bis Januar 2021 von 3.000 auf 2.500. Etwa 700 Soldaten wurden im Dezember jenes Jahres aus Somalia abgezogen und in Kenia sowie Dschibuti neu stationiert nah genug, dass das Personal des US-Afrika-Kommandos (AFRICOM) scherzhaft von Pendeln zur Arbeit sprach. Biden machte diese Regelung 2022 rückgängig. Was in einem Einsatzgebiet aufgegeben wurde, wurde in einem anderen kompensiert. Der Angriff auf Qasem Soleimani im Januar 2020 führte zur Verlegung von rund 3.750 Fallschirmjägern der 82. Luftlandedivision in die Region zusätzlich zu den 14.000 Soldaten, die die Regierung bereits seit Mai 2019 dorthin entsandt hatte. In der zweiten Amtszeit wurden Tausende aktiver Soldaten an die Südgrenze verlegt, die Präsenz in Syrien auf einen einzigen Außenposten zusammengestrichen und die Karibik zum Ort der größten Truppenkonzentration von allen gemacht. Bis Ende 2025 umfasste das Aufgebot gegen Venezuela rund 15.000 Soldaten, mehr als ein Dutzend Kriegsschiffe, ein U-Boot und den Flugzeugträger USS Gerald R. Ford. Am 13. November gab Hegseth der Operation offiziell einen Namen und schrieb: Operation SOUTHERN SPEAR verteidigt unser Heimatland, entfernt Narco-Terroristen aus unserer Hemisphäre und schützt unser Heimatland vor den Drogen, die unsere Bevölkerung töten. Die westliche Hemisphäre ist Amerikas Nachbarschaft und wir werden sie beschützen. Die kühnsten Impulse wurden jedoch nie zu Befehlen. Im Januar 2019 enthüllte die New York Times, dass Trump im Laufe des Jahres 2018 mehrfach privat geäußert hatte, er wolle aus der NATO austreten. Gegenüber seinen ranghöchsten Sicherheitsberatern stellte er den Sinn des Militärbündnisses infrage und bezeichnete es als Belastung für die Vereinigten Staaten. Michèle Flournoy warnte, ein Austritt wäre einer der schädlichsten Schritte, die ein Präsident für die Interessen der USA unternehmen könnte. Der Nationale Sicherheitsberater John Bolton hielt fest, dass Trump einen vollständigen Truppenabzug aus Korea als Verhandlungsmasse betrachtete; er zitierte ihn mit den Worten: Das verschafft einem eine sehr starke Verhandlungsposition. Esper schrieb, ihm sei sehr unwohl zumute gewesen, als Trump davon sprach, alle US-Streitkräfte vollständig aus Korea abzuziehen; er erinnerte sich zudem daran, wie Außenminister Mike Pompeo dies als Vorhaben für eine zweite Amtszeit ins Spiel brachte, worauf Trump mit Ja, ja, zweite Amtszeit antwortete und dabei jenes Grinsen zeigte, das Esper als Grinsen der Grinsekatze (Cheshire-Cat-Lächeln) beschrieb. Diese Impulse mündeten jedoch nicht in einen Austritt, sondern in eine bürokratische Überprüfung. Am 28. Juli 2026 gab Elbridge Colby, der für Grundsatzfragen zuständige Unterstaatssekretär im Verteidigungsministerium, den Startschuss für die Europe Posture Review (Überprüfung der militärischen Aufstellung in Europa). Er begründete dies damit, dass so sichergestellt werde, dass sich die NATO schnell und unumkehrbar darauf zubewegt, dass Europa die Hauptverantwortung für seine konventionelle Verteidigung übernimmt. Die Überprüfung schließt an Hegseths offizielle Ankündigung vom 18. Juni während des NATO-Verteidigungsministertreffens in Brüssel an und räumt den Verbündeten eine bis zu sechsmonatige Verfahrensphase ein, bevor konkrete Empfehlungen vorliegen. Die Verbündeten übernehmen mehr Lasten. Die Amerikaner bleiben vor Ort. Die Zahlen bestätigen dies. Etwa 80.000 Soldaten sind in Europa stationiert rund 36.400 in Deutschland, 12.700 in Italien und 10.200 in Großbritannien. Weitere rund 81.000 sind im indopazifischen Raum stationiert, darunter etwa 53.500 in Japan und 24.000 in Südkorea. Das Verteidigungsgesetz für das Haushaltsjahr 2026 schreibt gesetzliche Untergrenzen fest, die Truppenreduzierungen unter etwa 76.000 in Europa und 28.500 in Korea untersagen. Zwei Amtszeiten, Dutzende angekündigter Truppenabzüge und doch sind die Brigaden der US-Armee in Europa, im Pazifik und anderswo noch immer dabei, ihre Ausrüstung auszupacken. Rhetorik über Zurückhaltung und Truppenreduzierung ist das eine; die Disziplin, dies auch tatsächlich umzusetzen, ist etwas ganz anderes. In dieser Hinsicht hat sich die Trump-Regierung genau so erwiesen, wie ihre Kritiker es stets vermutet hatten: viel Gerede, keine Taten. |
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| erschienen am 8. September 2026 auf > The LIBERTARIAN INSTITUTE > Artikel | |||
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