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| Arktischer
Wahnsinn Eric Margolis
Was ist eigentlich aus dem Epstein-Skandal geworden? Verschwunden. Aus den Augen, schwupps, verschwunden wie vom Erdboden verschluckt. Es scheint, als sei Meisterillusionist Donald Trump dieser tödlichen Kugel entgangen zumindest vorerst. Trumps Invasion in Venezuela und die Entführung von Präsident Maduro, einem ehemaligen Busfahrer, haben Epstein aus den Schlagzeilen verdrängt. Jetzt trommeln Trump und seine Gefolgsleute für ihren Anspruch auf Weltruhm, den sie in Davos in der Schweiz inszenierten. Dieser eher unansehnliche Skiort war der perfekte Ort für den Selbstdarsteller Trump. Das jährliche Treffen in Davos ist die Weltbühne für große Egos, Betrüger und Angeber. Allen voran der ehemalige britische Premierminister Tony Blair, ein Politiker von beispielloser Verschlagenheit und der Fähigkeit, Lügen und Halbwahrheiten zu beschönigen. Blair hat gerade zugestimmt, Trumps sogenanntem Friedensrat beizutreten, einer Ansammlung zwielichtiger Politiker. Die Teilnahmegebühr beträgt eine Milliarde Dollar typisch für Trumps Spendenaktionen. Blair fungierte während des Irakkriegs als Sprachrohr der USA und ersetzte den wortkargen George W. Bush, um die US-Invasion der Welt zu verkaufen, die möglicherweise fast eine Million Opfer forderte. Bis heute ist der ölreiche Irak ein von den USA besetztes Land. Europa, bis auf zwei Mitglieder, weigerte sich, bei der sogenannten Friedensrat-Farce mitzuspielen. Kanada, normalerweise Washingtons Forderungen gehorsam, verweigerte die Teilnahme und markierte damit einen wichtigen Schritt in seiner Unabhängigkeit von der US-Vormundschaft. Mark Carney, Kanadas neuer Premierminister, widerstand Trumps Schmeicheleien und Invasionsdrohungen, während viele andere US-Verbündete zitterten oder sich nach den ruhigen Tagen des exzentrischen alten Präsidenten Joe Biden sehnten. Wir zollen Carneys Mut Respekt. Aber das ist doch alles so verrückt. Trumps Behauptungen, Flotten rotchinesischer und russischer Kriegsschiffe bedrohten die Arktis, sind entweder ungeheuerliche Lügen der neokonservativen Propagandisten von Fox News oder Fieberträume eines alternden Gehirns. Man muss sich fragen, ob Trump diesen Arktis-Unsinn wirklich glaubt oder ob er inszenierte Krisen nutzt, um seine Macht auszuweiten. Wird Kanada als Nächstes dran sein? Gleichzeitig gewinnt Israels rechtsextreme Regierung täglich an Einfluss auf Washington. Es ist schwer zu sagen, wer hier die Fäden zieht Netanjahu oder Trump. Der ganze Friedensrat ist ein Trick, um die UN, die sowohl von Trump als auch von Netanjahu verachtet wird, zu untergraben, weil sie die marginalisierten Palästinenser verteidigt. Trump sieht sich ganz offensichtlich als Vorsitzender des Friedensrats und als weltweit führender politischer Führer oder Monarch. Das ist sicherlich ambitioniert für einen ehemaligen Stammgast des New Yorker Studio 54 und Verkäufer heruntergekommener Hotels. Viele Amerikaner mögen Trump, weil er die Politik unterhaltsam gemacht hat. Der Komiker Paul Begala brachte es treffend auf den Punkt, als er witzelte: Politik ist Hollywood für hässliche Menschen. Trump erlangte auch dadurch Bekanntheit, dass er die Fernsehnachrichten monopolisierte, während die Printmedien immer weniger relevant wurden. Jeden Abend, jeden Morgen war Trump da, erfand eine neue Krise und beherrschte die Bildschirme. Trumps Warnungen vor ausländischen Invasionen, chinesischen Bedrohungen, schwarzen Kriminellen, liberalen Kommunisten und Drogen wirkten wie ein Zauber auf ältere, schlecht gebildete Wähler. In manchen Dingen hatte er Recht, in vielen anderen lag er völlig daneben. Beim inszenierten Arktis-Konflikt und in Venezuela wirkte er oft wie ein Schuljunge, der sich über Weihnachtsgeschenke freut. Für den Mann, der nach seiner Wehrdienstverweigerung hoffte, Kriegsführer zu werden, gab es wohl kein aufregenderes Geschenk als das Pentagon, vollgepackt mit militärischem Spielzeug. |
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| erschienen am 22. Januar 2026 auf > Eric Margolis' Website > Artikel | ||||||||||||||
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