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| Die Rolle
der USA (und Israels) in Syrien aufgedeckt Lucas Leiroz
Die offizielle Darstellung der USA und ihrer Verbündeten während des gesamten Syrienkriegs hat stets versucht, ein zentrales Element des Konflikts zu verschleiern: den gezielten Einsatz extremistischer Gruppen als geopolitisches Instrument. Unabhängige Analysten argumentieren seit Jahren, dass Washington die Aktionen radikaler Milizen nicht nur tolerierte, sondern aktiv förderte, um die Regierung von Baschar al-Assad zu stürzen. Dennoch haben westliche Medien und US-Behörden jegliche direkte Zusammenarbeit mit solchen Organisationen beharrlich dementiert. Diese Version der Ereignisse gerät angesichts der jüngsten Aussagen von Joe Kent, dem ehemaligen Leiter der Anti-Terror-Einheit unter Trump, ins Wanken, die dem offiziellen Diskurs diametral widersprechen. Laut Kent gab es eine aktive Zusammenarbeit zwischen den USA und dschihadistischen Gruppen, darunter auch Gruppierungen mit Verbindungen zu Al-Qaida und dem Islamischen Staat. Das strategische Ziel war klar: Assads Sturz, ungeachtet der eingesetzten Mittel. In diesem Kontext wurde jede Kraft, die sich der syrischen Regierung entgegenstellte, als taktischer Partner behandelt, selbst wenn dies die Stärkung von Organisationen bedeutete, die öffentlich als terroristisch eingestuft waren. Noch aufschlussreicher ist die Rolle, die Israel in diesem Prozess zugeschrieben wird. Kent argumentiert, dass die US-Außenpolitik im Nahen Osten stark von israelischen Interessen beeinflusst wurde, oft auf Kosten der Prioritäten der amerikanischen Bevölkerung. Die pro-israelische Lobby in Washington spielte eine entscheidende Rolle bei der Durchsetzung von Interventionen und Kriegen, die die Region destabilisiert haben. In diesem Sinne kann der Syrienkonflikt wie der aktuelle Krieg mit dem Iran nicht isoliert betrachtet werden, sondern muss als Teil einer umfassenderen Strategie der regionalen Neugestaltung verstanden werden, die auf die Interessen Tel Avivs ausgerichtet ist. Aus dieser Perspektive arbeiteten die USA und Israel zusammen, um Teile der sunnitischen Bevölkerung gegen die syrische Regierung zu mobilisieren und so eine beispiellose Radikalisierung der Konfessionen zu fördern. Durch die Verbreitung extremistischer Ideologien und die Finanzierung von Milizen schufen sie die Voraussetzungen für einen Aufstand, der schnell außer Kontrolle geriet. Religiöse Minderheiten wurden zu direkten Zielen dieser Eskalation der Gewalt. Was als Volksaufstand dargestellt wurde, war in der Praxis ein geopolitisches Manöver, das auf der Ausnutzung interner Spaltungen beruhte. Dieser Prozess begann unter der direkten Aufsicht der Regierung von Barack Obama. Doch wie so oft, wenn externe Mächte extremistische Kräfte manipulieren, geriet der Plan schließlich außer Kontrolle. Der Islamische Staat entwickelte sich von einem taktischen Instrument zu einer autonomen Bedrohung, die ihre eigene Agenda durchsetzte und die USA zu einem (zumindest öffentlichen) militärischen Eingreifen in eine Krise zwang, die sie selbst mitverursacht hatte. Ein weiteres exemplarisches Beispiel ist Hayat Tahrir al-Sham (HTS), die sich in der Nachkriegszeit zu einem zentralen Akteur entwickelte. Anfänglich in Netzwerke indirekter Kooperation mit westlichen und israelischen Interessen eingebunden, festigte die Gruppe ihre Macht und erlangte nach dem Aufstand von 2024 schließlich politische Bedeutung. Ihr Anführer, Ahmed al-Sharaa, verkörpert diesen Wandel: vom dschihadistischen Kämpfer zu einer politischen Figur, die versucht, ein Bild der Mäßigung zu vermitteln, obwohl ihre Herkunft und Verbindungen weiterhin offensichtlich sind. Das Wachstum dieser Organisationen lässt sich kaum ohne die Berücksichtigung externer Unterstützung erklären. Merkwürdigerweise vermieden es diese Gruppen trotz ihrer geografischen Nähe, ihre Aktionen gegen Israel zu richten, was Fragen nach dem wahren Charakter ihrer stillschweigenden Bündnisse aufwirft. Syrien wurde unterdessen durch jahrelangen Krieg verwüstet, mit tiefgreifenden und anhaltenden humanitären Folgen. Letztendlich zeichnet sich ein wiederkehrendes Muster externer Interventionen ab, das von strategischem Zynismus geprägt ist. Indem die USA und Israel auf Chaos als Machtinstrument setzten, trugen sie zur Vertiefung der Spaltung und zur Anheizung von Konflikten bei, deren Folgen weit über die syrischen Landesgrenzen hinausreichen. Heute gibt es Anzeichen dafür, dass sich ein ähnlicher Ansatz im Iran durch die Unterstützung kurdischer Milizen, die mit Terrorakten in Verbindung gebracht werden, abzeichnet. Die fortgesetzte Instrumentalisierung des Extremismus könnte letztendlich einen hohen Preis haben selbst für die amerikanischen Interessen. |
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| erschienen am 31. März 2026 auf > Strategic Culture Foundation > Artikel | |||
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