HOME   INHALT   BLOG   INFO   LINKS   VIDEOS   ARCHIV   KONTAKT   ENGLISH
 
     

"Entweder verhindert die Revolution den Krieg oder der Krieg wird die Revolution bringen" - Mao Tsetung

     
  Die verheerenden Folgen eines unnötigen Krieges

Ron Paul

 

In Kalifornien stehen Tankstellen vor einer ungewöhnlichen Herausforderung. Die Preisanzeigen sind nur für Werte bis zu 9,99 Dollar pro Gallone ausgelegt, und an einigen Stationen hat der Dieselpreis dieses Maximum bereits erreicht. Die Dieselpreise sind so hoch wie nie zuvor in der Geschichte.

Schlimmer noch: Einigen Medienberichten zufolge soll die Anzeige des Höchstpreises von 9,99 Dollar pro Gallone Lkw-Fahrern signalisieren, dass der Dieselvorrat vollständig aufgebraucht ist. Teurer Diesel ist zwar eine Belastung für die Wirtschaft, doch ein völliger Mangel an Kraftstoff – unabhängig vom Preis – stellt eine Krise ganz anderer Art dar.

Unsere Autobahnen sind voller Lastwagen, die Diesel verbrauchen, um die Produkte, auf die wir angewiesen sind, zu den Märkten zu bringen. Auch unsere Güterzüge nutzen Diesel für den Transport all dessen, was nicht per Lkw befördert wird. Steigt der Dieselpreis, so verteuern sich auch alle Güter, deren Transport von diesem Kraftstoff abhängt. Dies ist ein Grund dafür, dass wir eine deutlich höhere Inflation erleben, als die Regierung wahrhaben will.

Die Dieselkrise hat inzwischen ein Ausmaß erreicht, das selbst Präsident Trump zum Eingeständnis zwingt. Anstatt jedoch zumindest eine Mitschuld an seinem selbst angezettelten Krieg gegen den Iran und der Fortsetzung des Stellvertreterkriegs gegen Russland über die Ukraine einzuräumen, macht er die militärischen Angriffe der Ukraine auf die russische Energieinfrastruktur dafür verantwortlich.

Präsident Trump fordert die Ukraine nun auf, die Angriffe auf russische Energieressourcen einzustellen, da Diesel ein globales Handelsgut sei und die durch die Angriffe verursachte Verknappung uns hierzulande treffe. Doch die Schläge tief im russischen Hinterland erfolgen unter der Führung US-amerikanischer Geheimdienste, die der Ukraine die Zieldaten liefern.

Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine ist nur ein Teil des Problems. Trotz Präsident Trumps großspuriger Reden über die Kontrolle der Straße von Hormus ist der Iran faktisch derjenige, der die Kontrolle ausübt; nur sehr wenig Öl – oder sonstige Güter – gelangt ohne iranische Zustimmung nach außen.

Dass sich auch die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen aus dem Jemen am Kampf beteiligen, verschärft die Lage zusätzlich. Am Wochenende griffen sie eine Umgehungs-Pipeline Saudi-Arabiens an, wodurch noch mehr Öl vom Markt genommen wurde.

Das eigentliche Problem ist hier nicht das Öl oder der Diesel. Das wahre Problem liegt darin, dass selbst angezettelte Kriege außer Kontrolle geraten und die Wirtschaft derjenigen zerstören, die sie begonnen haben. Im Laufe der Geschichte sind Imperien an endlosen Kriegen in Übersee zugrunde gegangen. Kein noch so großes Prahlen mit der Größe und Stärke unseres Militärs kann an dieser Realität etwas ändern. Nun zeigt sich, dass sich dieses Vorgehen rächt.

Präsident Trump rechtfertigte sein Vorgehen, das die US-Wirtschaft in den Abgrund riss, mit der Behauptung, ein Angriff auf den Iran sei unerlässlich, da das Land kurz vor der Entwicklung einer Atomwaffe stehe. Die US-Geheimdienste sahen das anders, doch er weigerte sich, auf sie zu hören, und orientierte sich stattdessen an Netanjahu.

Es stellt sich heraus, dass der Iran tatsächlich über eine „Atomwaffe“ verfügt. Diese Waffe besteht in der Fähigkeit, die weltweiten Ölströme so zu kontrollieren, dass die Wirtschaft jedes Landes, das einen Eroberungsversuch unternimmt, lahmgelegt werden kann. Presseberichten zufolge versuchte Tulsi Gabbard, Präsident Trump davor zu warnen, dass der Iran im Falle eines Angriffs die Straße von Hormus sperren würde – doch er wollte davon nichts wissen.

Genau aus diesem Grund waren die Gründerväter entschlossen, zu verhindern, dass die Exekutive eigenmächtig Kriege beginnen kann. Sie legten die Befugnis zur Kriegführung in die Hände der „Volksvertretung“ – des Kongresses. Nun erleben wir die Konsequenzen der Missachtung dieses überaus weisen Rats.

 
     
  erschienen am 14. September 2026 auf > Ron Paul Institute for Peace and Prosperity > Artikel  
  Archiv > Artikel von Ron Paul auf antikrieg.com  
     
   
     
Antikrieg - Dossiers:
Syrien Israel Jemen Libyen Korea Ukraine

WikiLeaks

     
Einige Lesetips aus dem Archiv:
  Paul Craig Roberts - Die gesamte westliche Welt lebt in kognitiver Dissonanz
  Andrew J. Bacevich - Die Kunst, das Gedächtnis zu formen
  Robert Barsocchini - Israels ‚Recht sich zu verteidigen’: Ein Aggressor kann nicht in Selbstverteidigung handeln
  Jean-Paul Pougala - Die Lügen hinter dem Krieg des Westens gegen Libyen
  Ben Norton - Bericht des britischen Parlaments führt aus, wie der NATO-Krieg 2011 gegen Libyen auf Lügen basierte
  Marjorie Cohn - Menschenrechtsgeheuchel: USA kritisieren Kuba
  John V. Walsh - Warum sind Russland und China (und der Iran) vorrangige Feinde der herrschenden Elite der Vereinigten Staaten von Amerika?
  John Horgan - Warum Töten Soldaten Spaß macht 
  Jonathan Turley - Das Große Geld hinter dem Krieg: der militärisch-industrielle Komplex
  Jonathan Cook - Die vorgetäuschte Welt der Konzernmedien
  Oded Na'aman - Die Kontrollstelle
  Klaus Madersbacher - Seuchen
  Klaus Madersbacher - Hässliche Bilder
  Mark Danner - US-Folter: Stimmen von dunklen Orten
  Paul Craig Roberts - Die Neuversklavung der Völker des Westens
  Stephen Kinzer - Amerikas Staatsstreich im Schneckentempo
  Im ARCHIV finden Sie immer interessante Artikel!  
  Die Weiterverbreitung der Texte auf dieser Website ist durchaus erwünscht. In diesem Fall bitte die Angabe der Webadresse www.antikrieg.com nicht zu vergessen!  
  <<< Inhalt