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"Entweder verhindert die Revolution den Krieg oder der Krieg wird die Revolution bringen" - Mao Tsetung

     
  Über 70 Demokraten im Repräsentantenhaus fordern vom Pentagon Aufklärung über das Massaker bei einer Hochzeit im Iran

Der Angriff vom 1. September, bei dem fünf Frauen und Kinder getötet und mehr als 70 weitere Iraner verletzt wurden, ist nur eines von mehreren Massakern an Zivilisten in Trumps völkerrechtswidrigem, selbst gewolltem Krieg.

Brett Wilkins

 

Mehr als 70 Demokraten im Repräsentantenhaus forderten am Dienstag vom Pentagon Antworten und Rechenschaft bezüglich eines mutmaßlich von den USA geführten Angriffs auf eine Hochzeitsfeier im Süden des Iran im September. Bei dem Vorfall kamen fünf Zivilisten – allesamt Frauen und Kinder – ums Leben, mehr als 70 weitere wurden verletzt.

In einem Schreiben an Verteidigungsminister Pete Hegseth forderten die Abgeordneten Yassamin Ansari (Demokratin aus Arizona), Sara Jacobs (Demokratin aus Kalifornien) und Jason Crow (Demokrat aus Colorado) – gemeinsam mit 74 weiteren Gesetzgebern – eine Erklärung für den Bombenangriff vom 1. September in Kuhestak. Zudem verlangten sie Details darüber, welche Maßnahmen die Trump-Regierung zum Schutz iranischer Zivilisten ergreift.

„Wir fordern dringend Antworten auf die Frage, welche Rolle die Vereinigten Staaten bei diesem Angriff spielten, warum der Angriff trotz des offensichtlichen Risikos erheblicher ziviler Opfer dennoch durchgeführt wurde und welche Schritte das US-Verteidigungsministerium unternimmt, um weitere zivile Opfer im Iran zu verhindern“, schrieben die Abgeordneten.

Der Angriff ereignete sich gegen 21:30 Uhr Ortszeit, während Vorbereitungen für die Hochzeit der Tochter eines einheimischen Fischers im Gange waren.

Nach Angaben von Zeugen, die von der Nachrichtenagentur Associated Press befragt wurden, hatten sich etwa 150 Frauen und Kinder auf dem Anwesen der Familie Mallahi versammelt. Die Feier folgte einer regionalen Tradition, bei der Frauen und Männer getrennt voneinander zusammenkommen. Braut und Bräutigam waren noch nicht eingetroffen, und die eigentliche Feier hatte noch nicht begonnen. Eine Bombe schlug in dem Raum ein, in dem das Abendessen hätte serviert werden sollen.

Vier der Todesopfer – zwei Frauen und zwei Kinder – wurden von iranischen Behörden und Menschenrechtsgruppen identifiziert: die 50-jährige Zarkhatoun Taheri, die 43-jährige Kolsoum Malahi Najandnia, der 16-jährige Mohammad Mallahi und der vierjährige Amir Mohammad Karimi. Ein fünftes Opfer, die 22-jährige Asiyeh Molainejad, verstarb am 3. September im Krankenhaus.

Waffenexperten kamen zu dem Schluss, dass die Explosion wahrscheinlich durch einen direkten Treffer mit US-Munition verursacht wurde. Das Pentagon hat die Verantwortung für den Angriff bislang nicht öffentlich eingeräumt; der Vorfall ist weiterhin Gegenstand von Untersuchungen.

„Dieser Vorfall reiht sich leider in eine Serie von Ereignissen ein, bei denen Zivilisten im Zuge des von den USA geführten Krieges im Iran zu Schaden kamen oder getötet wurden“, schreiben die Abgeordneten in ihrem Brief. „Dazu gehört auch ein Angriff auf die Grundschule ‚Shajareh Tayyebeh‘ in Minab (Iran) am ersten Kriegstag, bei dem Berichten zufolge 175 Zivilisten, darunter 120 Kinder, ums Leben kamen.“

Die unabhängige internationale Untersuchungskommission der Vereinten Nationen zum Iran erklärte, es gebe „hinreichende Anhaltspunkte“ für die Annahme, dass der Angriff auf die Schule in Minab ein Kriegsverbrechen darstelle.

„Obwohl Berichten zufolge eine interne Voruntersuchung des Verteidigungsministeriums ergab, dass das US-Militär für den Angriff verantwortlich war, hat das Ministerium auch mehr als sechs Monate später weder die Verantwortung öffentlich eingeräumt noch die Ergebnisse seiner Untersuchung veröffentlicht“, heißt es in dem Schreiben der Abgeordneten.

„Ebenso deuten Berichte und unabhängige Analysen darauf hin, dass US-Streitkräfte für einen Angriff auf eine Jugendsporthalle in Lamerd (Iran) am 28. Februar verantwortlich waren, bei dem 21 Zivilisten, darunter 7 Kinder, getötet wurden. Obwohl das Ministerium die Verantwortung bestreitet, zeigen Analysen von Waffenexperten, dass das Schadensbild mit dem einer amerikanischen Präzisionsrakete (Precision Strike Missile) übereinstimmt“, so die Abgeordneten weiter – ein Verweis auf die ballistische Boden-Boden-Rakete der nächsten Generation aus dem Hause Lockheed Martin.

Hegseth, der eine „maximale Tödlichkeit“ der US-Streitkräfte fordert, hat sich abfällig über sogenannte „dumme Einsatzregeln“ (rules of engagement) geäußert, die eigentlich dazu dienen sollen, zivile Opfer zu minimieren. Er hat den Abbau von Maßnahmen vorangetrieben, die darauf abzielten, zivile Schäden in Kriegen zu begrenzen – Kriege, in denen laut Experten in diesem Jahrhundert bereits Hunderttausende Zivilisten durch von den USA geführte Militäroperationen getötet wurden. „Maximale Tödlichkeit“ – in Verbindung mit KI-gestützten Systemen, die eine exponentiell schnellere und zahlreichere Zielauswahl ermöglichen – hat Besorgnisse aufkommen lassen. Diese Sorgen werden durch Ereignisse wie die von den USA unterstützten israelischen Massaker im Gazastreifen und im Libanon sowie durch US-Luftangriffe im Iran noch verstärkt. Nach Angaben der iranischen Regierung wurden im Laufe des mehr als sieben Monate andauernden, völkerrechtswidrigen Angriffskriegs, den Präsident Donald Trump vom Zaun gebrochen hat, Zehntausende Menschen getötet oder verletzt.

Der in Washington, D.C. ansässige „National Iranian American Council“ (NIAC) begrüßte das Eingreifen der Abgeordneten und betonte, dass iranische Zivilisten nicht als entbehrliche Kriegsopfer betrachtet werden dürften.

„Das Leben iranischer Zivilisten darf nicht als ein akzeptabler Preis des Krieges angesehen werden“, erklärte NIAC-Präsident Jamal Abdi. „Es handelt sich um Familien, Kinder und ganze Gemeinschaften, deren Leben durch einen Militärfeldzug, der niemals vom Kongress genehmigt wurde, unwiderruflich verändert wurde.“

„Glaubwürdige Vorwürfe rechtswidriger Angriffe auf Zivilisten erfordern unabhängige Untersuchungen, eine vollständige öffentliche Offenlegung der Ergebnisse sowie die Verantwortlichmachung für jegliche Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht“, fügte Abdi hinzu. „Der Trump-Regierung darf es nicht gestattet werden, unter Missachtung von US-amerikanischem und internationalem Recht einen nicht genehmigten Krieg zu führen und sich gleichzeitig der Verantwortung für dessen verheerende menschliche Folgen zu entziehen.“

 
     
  erschienen am 15. Oktober 2026 auf > Antiwar.com > Artikel  
  Archiv > Artikel von Brett Wilkins auf antikrieg.com  
     
   
     
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