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"Entweder verhindert die Revolution den Krieg oder der Krieg wird die Revolution bringen" - Mao Tsetung

     
  Die bevorstehende Neuauflage des Krieges gegen den Iran

Paul Craig Roberts

 

Gestern habe ich mit Sulaiman Ahmed über den sich ausweitenden Krieg im Nahen Osten – oder Westasien, wie die Region heute genannt wird – gesprochen (> LINK zu deutscher KI-Version).

Washington und Israel haben die muslimischen Akteure dazu gebracht, sich gegeneinander zu stellen und miteinander zu kämpfen, während sie selbst ihren Angriff auf den Iran vorbereiten. Washington verlegt derzeit US-Truppen in Gebiete, die weniger wahrscheinlich von iranischen Raketen und Drohnen getroffen werden könnten. Flüge der israelischen Luftwaffe im Luftraum von Syrien und dem Irak – als ob diese beiden Länder noch als souveräne Staaten existierten – zeugen von den israelischen Vorbereitungen. Der Iran ist sich des bevorstehenden Angriffs bewusst, und die militärische Führung des Landes betont immer wieder, dass die iranische Antwort hart ausfallen werde. Wieder einmal wartet der Iran – auf törichte Weise – darauf, einen israelisch-amerikanischen Erstschlag gegen seine Streitkräfte hinzunehmen, bevor er selbst in den Konflikt eingreift.

Das Kräfteverhältnis ist für den Iran ungünstig: Der iranische Widerstand gegen die zionistische Agenda eines „Großisraels“ stützt sich lediglich auf den Iran, die Hisbollah-Miliz im Südlibanon und die Huthi im Jemen – wobei sowohl die Hisbollah als auch die Huthi bei ihrer Bewaffnung vom Iran abhängig sind.

Dem Iran gegenüber stehen die Atommächte Israel und Washington sowie der Rest der muslimischen Welt. Da nun das Bündnis zwischen der Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan – einer weiteren Atommacht – öffentlich bekannt geworden ist, steht fest: Ein Angriff auf einen der Partner gilt als Angriff auf alle. Dies scheint darauf abzuzielen, die Türkei und Pakistan auf der Seite Saudi-Arabiens in den Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Jemen hineinzuziehen.

Da die Huthi Verbündete des Iran sind, bedeutet dies, dass durch dieses Bündnis auch die Türkei, Pakistan und Saudi-Arabien in den israelisch-amerikanischen Krieg gegen den Iran einbezogen werden. Zudem hat Ägypten Saudi-Arabien militärische Unterstützung angeboten. Durch israelisch-amerikanische Bestechungen und Drohungen ist die muslimische Welt im Nahen Osten in sich gespalten – und trägt so dazu bei, den israelisch-amerikanischen Angriff auf die muslimische Souveränität und Unabhängigkeit zu unterstützen.

Wie ich bereits befürchtet hatte, hat die Zustimmung des Iran zu dem ursprünglichen Waffenstillstand zu einem weitaus größeren Konflikt geführt. Der Iran hatte Washington und Israel eigentlich bereits besiegt, doch durch die Akzeptanz des Waffenstillstands konnte der Iran seinen Sieg nicht vollenden. Angesichts des Kräfteverhältnisses zu seinen Ungunsten sollte Iran nicht auf einen Angriff warten, sondern präventiv zuschlagen, um die Vorbereitungen für einen Angriff auf das eigene Land zu stören. Warum sollte man zulassen, dass ein Feind die eigenen Streitkräfte schwächt, bevor diese überhaupt in den Konflikt eingreifen? Sollte das Zögern Irans darauf zurückzuführen sein, dass man dort einen Einsatz von Atomwaffen gegen das eigene Land befürchtet, dann bedeutet dies, dass Iran es sich gar nicht leisten kann, den Konflikt zu gewinnen – ganz gleich, ob Iran einen Erstschlag abwartet oder selbst zuvor zuschlägt.

Ich war davon ausgegangen, dass Russland und China – für die Iran einen wichtigen Puffer gegen das Vordringen der amerikanischen Hegemonie in ihre eigenen Länder darstellt – ihren natürlichen Verbündeten schützen würden, indem sie ein gegenseitiges Sicherheitsabkommen mit ihm schließen. Dies hätte die Kräfteverhältnisse zugunsten Irans mehr als ausgeglichen und einen umfassenderen Konflikt verhindert. Zudem hätte es Israel und die USA dazu veranlasst, die zionistische Agenda eines „Großisraels“ zu überdenken – was möglicherweise zu deren Aufgabe und zu Frieden im Nahen Osten hätte führen können. Ein solches Bündnis hätte zudem die auf eine weltweite Hegemonie ausgerichtete Agenda der Neokonservativen in Washington ausgehebelt.

Leider fehlte es sowohl der russischen als auch der chinesischen Regierung an der nötigen Weitsicht, um verantwortungsbewusst im eigenen Interesse zu handeln. Dasselbe gilt für Indien.

Sollten die bevorstehenden Wahlen in Israel und den USA die Pläne Washingtons und Israels nicht durchkreuzen, wird sich der Krieg folglich ausweiten. Dies dürfte – gerade zu Beginn der kalten Jahreszeit in Europa, Kanada und den USA – zu weiteren Störungen der Ölversorgung führen. Die unbeabsichtigten Folgen der israelisch-amerikanischen Ambitionen, gepaart mit der Kurzsichtigkeit der russischen und chinesischen Regierungen, könnten katastrophal sein.

 
     
  erschienen am 23. Oktober 2026 auf > Paul Craig Roberts' Website > Artikel  
  Archiv > Artikel von Paul Craig Roberts auf antikrieg.com  
     
   
     
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